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Die kranke Sonne

22. März 2007

Frau Sonne strahlt wieder einmal, aber nicht so hell und klar wie sonst.
Irgend etwas scheint nicht in Ordnung mit ihr zu sein.

Zu Hause brannten ihr die Augen und als sie nach draußen kam,
liefen die Tränen über ihr rundes Gesicht.

Sie wußte gar nicht was sie machen sollte. Denn schließlich lachen Sonnen immer.
Aber heute war ihr gar nicht danach zu Mute.

Die Sonne blickte zu den Sternen und fragte sich, ob diese ihr wohl helfen könnten.

Sie fragte Orion und Pegasus. Aber beide konnten nichts für sie tun.
Nicht einmal der riesige Andromeda-Nebel konnte ihr helfen.

Da sah Frau Sonne das helle Licht von Mutter Venus.

“Ach bitte liebe Venus, kannst du mir sagen, was ich gegen meine
Augenbeschwerden machen kann?”, fragte die gute Sonne
und blinzelte ganz verzweifelt.

Mit ihrer lauten und strengen Stimme antwortete Mutter Venus, die fast alles wußte:
“Du brauchst eine Brille!”

“Eine Brille? Wo in aller Welt bekomme ich eine Brille her?”

Das hatte Vater Mond gehört.
“Ich kann dir vielleicht helfen. Aber du mußt noch ein paar Tage
warten”, sagte der Mond ganz ruhig und gelassen.

Die gute Sonne konnte es einfach nicht glauben, was der Mond da gesagt hat.
Wie sollte dieser alte und vollkommen kahle Mond mit seinen tiefen
Kratern helfen können?

Doch nach ein paar Tagen geschah etwas Merkwürdiges.
So ein sonderbares Ding, flog an der guten Sonne vorbei und landete
direkt auf dem Mond.

Aus diesem seltsamen Flugzeug stiegen kleine, niedliche Geschöpfe aus.

Für die Sonne sah es so aus, als ob die Winzlinge auf dem Mond nach Steinen suchten.
Sollte das vielleicht die versprochene Hilfe sein?

“Unmöglich! Diese Zwerge können doch keine so riesengroße Brille
für mich dabei haben”, dachte die gute Sonne.

Vater Mond aber, kannte die kleinen Wesen schon lange.
Denn sie waren schon öfter bei ihm zu Gast.

Es waren Menschen von der Erde.
Er begrüßte sie laut und fragte sie gleich, wann sie wiederkommen
und ob sie nicht eine Brille für die Sonne machen könnten.

Denn wenn sie nicht bald eine Brille bekäme, könnte sie nicht mehr aus
dem Haus gehen und auf der Erde würde es dann sehr kalt werden.

Als die Erdlinge das hörten, versprachen sie dem alten Mond, bald
wieder zu kommen und auch eine Brille für die Sonne zu besorgen.

Sie packten die Mondsteine in einen großen Behälter, luden diesen in
ihr Fahrzeug und winkten dem Mond noch einmal zu. Dann erhob sich
das Gefährt und flog in Richtung Erde.

Als das Raumschiff gelandet war, erzählten die Ankömmlinge den
anderen sogleich von ihrem Erlebnis auf dem Mond.
Alle waren sehr aufgeregt, wegen der Sonne und ihrem Augenleiden.

“Da muss sofort was geschehen, sonst erfrieren wir ja, wenn die
Sonne nicht mehr scheinen kann”, meinte ein ganz gescheiter
und wichtiger Mann.
“Ja, ja sofort”, waren sich gleich alle einig.
Die Männer überlegten und überlegten so lange, bis ihre Gesichter rot leuchteten.

Endlich hatte man eine Lösung für das Problem gefunden.
Es dauerte eine Zeit bis die Brille fertig war. Sie war ja auch riesengroß.

Jetzt musste sie nur noch zur Sonne gebracht werden.
Wieder überlegten die Männer, wie die Riesenbrille den weiten Weg
bis zur Sonne ohne Schaden überstehen konnte.

Aber bald hatte wieder jemand eine gute Idee.
“Wir werden die Brille mit einer Rakete zur Sonne schießen und dann
mit einem Fallschirm abwerfen”.

Genau so haben die Forscher es auch gemacht.
Alles wurde gründlich vorbereitet und immer wieder wurde alles ganz genau berechnet.

Frau Sonne wollte gerade nach Hause gehen, als sie plötzlich etwas
in weiter Entfernung fliegen sah.

Es flog direkt auf sie zu. Auf einmal begann ihr Herz zu klopfen und sie
war ganz aufgeregt.
Es sah aus, als ob eine riesige Brille an einem Schirm herabgeflogen kam.

“Ja, ja tatsächlich. Eine Brille, eine Brille!”, rief die Sonne immer wieder.
Sie konnte es gar nicht fassen.

Die Brille landete mitten in ihrem Gesicht. Sie rückte sie noch ein
bißchen zurecht und schaute gleich in den Spiegel.
“Wunderbar, wunderbar!” rief die Sonne voller Freude aus.

Sie bedankte sich sehr herzlich beim alten Mond für alles was er für sie getan hatte.
Der Mond freute sich, dass er der guten Sonne helfen konnte.

Seitdem hat die Sonne keine Augenschmerzen mehr.
Vor lauter Freude steht sie jeden Morgen ganz früh auf und strahlt so
hell und warm, wie sie nur kann.

Jetzt geht sie wieder gerne aus dem Haus - aber nur mit ihrer Brille,
der Sonnenbrille!


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Das Alter

21. Februar 2007

Die Jugend ist nicht besser als das Alter.
Sowie Regen nicht besser ist, als Sonnenschein.
So ähnlich hat sich Hermann Hesse zu diesem Thema geäußert.

Dem kann ich nur zustimmen.
Alles wird gebraucht - alles zu seiner Zeit.

Mir scheint, als ob der Mensch nur äußerlich altert.

Wenn man über alle Hürden gegangen und Nüsse geknackt hat,
die einem im Leben hingeschmissen werden -

wenn man schwere Lasten mit sich herumgeschleppt
und sich für andere hingegeben hat -

wenn man Leid und Elend durchlebt
und Krieg und Hunger mitgemacht hat,
dann prägt das einen Menschen -
er wird an Erfahrung reif.
Aber er altert nicht innerlich.

Ganz im Gegenteil!

Ein Mensch, an Jahren fortgeschritten, hat oft mehr
lebendige Ausstrahlung und Jugend an sich, als ihm vielleicht
selbst bewußt ist.
Darum brauchen wir die Gemeinschaft mit anderen, um sich selbst
besser zu erkennen.

Der Erfahrungsschatz ist es, was das Leben bereichert.
Die Jugend profitiert von der Weisheit der Alten.
Aber auch von ihren Fehlern.

So wie es junge Alte gibt, findet man auch alte Junge!

So lange ein Mensch geistig aktiv bleibt, wird er immer jung sein,
er wird etwas oder jemand bewegen.

Das Einzige, was das Leben erschwert, sind Krankheiten, die unsere
Aktivität bremsen.
Das kann schon zu Beginn eines Lebens geschehen.

Darum muß man dankbar sein, für alles was man tun kann,
auch wenn es einem selbst wenig erscheinen mag.

Es gibt andere, die einen gerade um das “Wenige” beneiden.


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Von Herz zu Herz

13. Februar 2007

Ein Herz wie ein Bergwerk - ja, das müßte man haben,
dann ließe sich manches wohl besser ertragen.

Weder Höhe noch Tiefe noch Freude noch Leid, könnten
erschüttern das innere Kleid.

Doch die Jahre sie rinnen dahin und irgend wann
fragst auch Du nach des Lebens Sinn.

Als ich noch jung war so wie Du - da ließ mein Herz
mich noch in Ruh.

Es schlug im Takt und tat nicht weh,
denn das Leben war ok.

Doch ich fühle auch in der Mitte meines Lebens,
schlägt mein Herz noch nicht vergebens.

Es gibt immer jemand oder etwas,
wofür es sich zu leben lohnt.

Doch durch Gefühle, ob sie schön sind oder nicht,
kommt mein Herz schnell aus dem Gleichgewicht.

Das ganze Leben - es ist eine Kunst.
Jeder spielt hier seine Rolle.

Es vergeht so wie ein Dunst
ein Hauch - ein Abenteuer.

Egal was das Leben Dir noch bescheren mag,
achte auf Dein Herz - jeden Tag!

Behüte es wie einen wertvollen Schatz,
dann schlägt es noch lang für Dich auf seinem Platz!


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Zwischen Winter und Frühling

1. Februar 2007

Kahl und dürr hängen die Äste am Baum
schwer und sattgetränkt ruht die Erde.

Schweigsam und verschlossen
liegt in schlummerndem Warten
eine mächtige Kraft
die wie auf Befehl
plötzlich zu neuem Leben erwacht.

Noch liegt der Schnee in breiten Bahnen
doch das Zwitschern der Vögel
lässt den sich nahenden Frühling erahnen.